Grunderwerbsteuer verteuert Immobilienkauf

14.12.2011 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Grunderwerbsteuer verteuert Immobilienkauf © Kzenon-fotolia.comMit dem Beginn des neuen Jahres endet vorerst der lange Reigen der Grunderwerbsteuererhöhungen. Er begann mit der Förderalismusreform 2006, die den Bundesländern das Recht gab, die Steuersätze für die Grunderwerbsteuer selbst zu bestimmen.

Mit der Einführung der Reform war ursprünglich die Hoffnung verbunden, dass die Bundesländer im Wettbewerb miteinander die Grunderwerbsteuern senken würden. Dadurch wäre jungen Familien und Unternehmen der Immobilienerwerb erleichtert worden. Das Gegenteil ist eingetreten. Den Auftakt machte Berlin 2007 mit der Erhöhung von 3,5 auf 4,5 Prozent; Hamburg und Sachsen-Anhalt folgten 2010. Nach Brandenburg, Bremen, Niedersachsen und dem Saarland, die zum Jahreswechsel 2011 die Grunderwerbsteuer erhöht haben, folgten Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg im Oktober beziehungsweise November. Ab 1. Januar beziehungsweise 1. März 2012 erhöhen nun auch Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz die Grunderwerbsteuer von 3,5 auf 5 Prozent.

Je nach Höhe des Kaufpreises können einige tausend Euro zusammenkommen. Im Jahr 2010 betrug das Grunderwerbsteueraufkommen rund 5,29 Milliarden Euro und machte etwa ein Prozent des Steueraufkommens in Deutschland aus. Wer noch im Dezember in Schleswig-Holstein oder Rheinland-Pfalz eine Immobilie kauft, spart also bares Geld. Von übereiltem Handeln ist aber abzuraten. In der Praxis hat sich bereits gezeigt, dass die Steuererhöhung die Preisverhandlung beeinflusst. Das bedeutet, dass Verkäufer und Käufer ihre Preisvorstellungen gegebenenfalls anpassen und aufeinander zugehen müssen. Erwerber werden den geforderten Kaufpreis um die erhöhte Steuer senken wollen. Wenn der Verkäufer sich aber nicht mit einem geringeren Erlös begnügen möchte, steigen für den Käufer die Erwerbskosten.

Die Grunderwerbsteuer beträgt im Jahr 2012 in Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen 3,5 Prozent, im Saarland vier Prozent, in Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen Anhalt 4,5 Prozent und in Brandenburg, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Thüringen, Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland-Pfalz fünf Prozent.

Schlagwörter: Föderalismusreform, Grunderwerbsteuer, Hauskauf

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