Gefahren im Straßenverkehr sicher umfahren

19.09.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Das Auto im Grenzbereich - Fahrsicherheitstraings helfen schwierige Situationen zu meistern.Im Jahr 2011 musste die Polizei in Deutschland 6.470 Verkehrsunfälle pro Tag (lt. Deutscher Verkehrssicherheitsrat) aufnehmen. Über 90 % davon resultieren laut Expertenmeinungen aus Fahrfehlern, die durch gezieltes Training vermieden werden könnten. Fahrsicherheitstrainings unterstützen die Ausbildung von Gefahrenbewusstsein und sicherheitsbewusstem Fahrstil.

Ein Fahrsicherheitstraining ist eine theoretische und praktische Schulung für Fahrer von Kraftfahrzeugen. Die Trainings sind allen Personen zugänglich, die im Besitz eines gültigen Führerscheins sind.
Fahrsicherheitstrainings zielen darauf ab, dass der Fahrer
- die fahrphysikalischen Grundlagen und deren praktische Wirkung verstehen und beherrschen lernt,
- Gefahrensituationen erkennen und vermeiden oder bewältigen kann,
- die technischen Möglichkeiten und Sicherheitselemente des eigenen Fahrzeugs kennen, bedienen und richtig einzusetzen lernt,
- fehlerhafte Fahrgewohnheiten erkennt und ablegt,
- das eigene Verhalten in Ausnahmesituationen und die eigenen Grenzen der Belastbarkeit erfährt und meistern lernt.

Natürlich lehrt die Fahrschule, wie man auf unterschiedlichen Untergründen bremst, wie man sich beim Linksabbiegen verhält oder einem Hindernis korrekt ausweicht. Doch grau ist alle Theorie. Wer nie eine Extremsituation im Straßenverkehr, im wahrsten Sinne des Wortes, erfahren hat, kann weder das eigene noch das Verhalten des Fahrzeugs wirklich abschätzen.

Daher empfiehlt sich ein fahrpraktisches Sicherheitstraining für jeden Fahrer. Und nicht nur Fahranfänger profitieren davon, auch routinierte Vielfahrer erleben überraschende Effekte. Durch den Einsatz ausgeklügelter Fahrassistenzsysteme wie z. B. ABS, EPS, Bremsassistenten oder Abstandswarner werden heute die direkten persönlichen Erfahrungen mit Gefahrensituationen deutlich verringert oder entschärft. Was passiert aber bei Versagen dieser technischen Hilfsmittel? Wie verhält sich ein weniger komfortabel ausgestattetes Fahrzeug? Wie fährt sich ein Wohnmobil? Auf dem Übungsplatz unter annähernd realistischen Bedingungen kann das richtige Verhalten in solchen Situationen unter sachkundiger Anleitung geprobt werden, ohne dass jemand zu Schaden kommt.

Häufig unterstützen Arbeitgeber und Berufsgenossenschaften die Teilnahme an den Sicherheitskursen finanziell. Viele Versicherungen gewähren Rabatte sowohl auf den Kfz-Haftpflicht- als auch auf den Kaskobeitrag, wenn der Versicherungsnehmer ein anerkanntes Training absolviert hat.

Anbieter und Angebote

In Deutschland entwickelte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) allgemeine Richtlinien für Inhalt, Aufbau und Durchführung fahrpraktischer Sicherheitstrainings und -programme. Angebote „nach den Richtlinien des DVR“ oder mit dem DVR-Qualitätssiegel garantieren dem Teilnehmer hohe qualitative Standards wie ausgebildete Moderatoren und Trainer, geeignete Übungsplätze, die Berücksichtigung neuester technischer und methodischer Erkenntnisse und angemessene Möglichkeiten und Zeit zur praktischen Übung.

Auf der Internetseite des DVR sind alle Anbieter nach DVR-Richtlinien aufgelistet. Dazu gehören neben Automobilclubs wie dem ACE Auto Club Europa e.V. und Verkehrswachten auch Automobilhersteller, der TÜV oder private Unternehmen. Die Seite ermöglicht über eine Postleitzahlensuche das Auffinden von geprüften Anbietern in Wohnortnähe.

Die meisten Trainingseinrichtungen bieten maßgeschneiderte Kurse für bestimmte Zielgruppen, Fahrzeugarten und Ausbildungsschwerpunkte. So gibt es Kurse für kraftstoffsparende Fahrweise, für Fahranfänger und Profis, für Frauen und Senioren, Wohnmobile oder Kleintransporter. Je homogener die persönlichen Zielsetzungen und Erwartungen innerhalb der Trainingsgruppe sind, um so effektiver lassen sich die Trainings gestalten.

Durch das Fahrsicherheitstraining erwerben viele Kursteilnehmer zusätzliches fahrtechnisches Können. Inwieweit sie das tatsächlich einsetzen und zu höherer Verkehrssicherheit beitragen, hängt wesentlich von der Motivationslage und den sicherheitsrelevanten Einstellungen und Überzeugungen der Verkehrsteilnehmer ab.

Bildrechte: Horst Schmidt – Fotolia.com

Schlagwörter: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, DVR, Fahrsicherheitstraining, Verkehrssicherheit

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