Gastfreundschaft mit Couchsurfing & Co.

31.07.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

 Couchsurfing - entdecken Sie Ihr Reiseziel auf besondere Weise © Franck Boston - Fotolia.comGlauben Sie an das Gute im Menschen? Sind Sie kontaktfreudig, abenteuerlustig, offen und tolerant gegenüber Fremden, interessiert an anderen Kulturen und auf der Suche nach dem besonderen Urlaubserlebnis? Dann verreisen Sie doch einmal mit Couchsurfing und entdecken ihr nächstes Reiseziel auf ganz neue Art vom Gästesofa eines Einheimischen aus. Oder Sie öffnen ihre eigene Tür fremden Reisenden und holen sich die Welt nach Hause.

Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits 1949 gründeten dänische Studenten das Gastfreundschaftsnetzwerk Servas, mit dem sie durch Vermittlung privater Kontakte auf Reisen zur Völkerverständigung beitragen wollten. Seitdem aber professionelle Internetportale die Vermittlung von privaten Unterkünften übernommen haben, erlebt das „soziale Reisen“ (Übernachtung in Privatwohnungen zusammen mit den Bewohnern, Teilnahme an Projekten im Urlaub u. ä.) einen wahren Boom. Allein bei Couchsurfing sind derzeit über drei Millionen Mitglieder in ca. 230 Ländern registriert, ein Drittel davon bietet auch eine Schlafgelegenheit an. Sogar in der Antarktis gibt es freie Sofas.

Ein einfaches Prinzip

Beim Couchsurfing vernetzen sich reisewillige Menschen in Gastfreundschaftsportalen wie Couchsurfing, Hospitality Club oder bewelcome und suchen oder bieten kostenlose Schlafgelegenheiten in aller Welt. Das kann alles sein – von der Matratze auf dem Flur, über das durchgesessene Wohnzimmersofa bis hin zum komfortablen Gästezimmer mit eigenem Bad. Gemeinsames Essen, Insidertipps oder auch die alternative Stadtführung sind für viele Gastgeber selbstverständlich, aber nicht verpflichtend.

Ähnlich läuft der Haus- oder Wohnungstausch für die Zeit des Urlaubs. Während die italienische Familie die Sehenswürdigkeiten von Berlin bestaunt, schauen die Berliner vielleicht aus deren Wohnung auf den schiefen Turm von Pisa. Außer dem Mitgliedsbeitrag (von ca. 40 bis 140 € pro Jahr) für Online-Vermittlungsportale wie Haustauschferien, homelink oder Homeforhome fallen den Urlaubern zusätzlich nur die Reisekosten an.

Die Netzwerke sind wie eine Mischung aus Facebook und ebay: Über die persönlichen Profile der Mitglieder finden Reisende und Gastgeber zueinander. Bewertungen von beiden Seiten helfen, sich abzusichern und für ein zu den eigenen Ansprüchen passendes Angebot zu entscheiden. Das neue Medium Internet macht hilfreiche Informationen, Bilder und Links bequem verfügbar, Kontaktaufnahme und Abstimmungen schnell und einfach.

Vorteile überwiegen

Die Gemeinde der Menschen, die auf Reisen und im Urlaub nach Alternativen zum Hotel suchen, wächst ständig, die der Gastgeber auch. Die Motive sind so unterschiedlich wie die Nutzer selbst. Die einen wollen möglichst kostengünstig weit herumkommen, andere entdecken fremde Kulturen gern durch die Menschen, die in ihr leben und wieder andere ziehen die Individualität und persönliche Kontakte in einer Wohnung dem kühlen Standard eines Hotelzimmers vor. Manche sind neugierig auf einen kleinen Einblick in das Leben anderer Leute und manche reizt der Überraschungseffekt. Viele Gastgeber fühlen sich so mit der großen weiten Welt verbunden, auch wenn sie selbst nicht reisen können.

Dafür und für echte Insidertipps, die kein Reiseführer bereit hält, authentische Erlebnisse und Erfahrungen mit Einheimischen und vielleicht sogar neue Freunde, verzichten Couchsurfer oft gern auf Privatsphäre und Bequemlichkeit.

Wer Haus oder Wohnung tauscht, wohnt in den meisten Fällen komfortabler und besser ausgestattet als im Hotelzimmer. Sucht sich z. B. eine Familie mit mehreren Kindern einen Haustauschpartner in ähnlicher Familienkonstellation, kann sie Spielzeug, Teenie-Lektüre oder Babyphone getrost von der Packliste streichen. Haustauschferien erfordern allerdings einigen Abstimmungsaufwand und Flexibilität hinsichtlich Reiseziel, -dauer und –zeit.

Das Vertrauen auf respektvollen und rücksichtsvollen Umgang miteinander ist die Grundlage des Erfolges der Vermittlungsportale. Dennoch ist Vorsicht geboten. Da es sich um eine Angelegenheit von privat zu privat handelt, gibt es keine Garantien oder Gewährleistungsansprüche. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, lieber einmal mehr nachzufragen oder vielleicht doch die Adresse der nächsten Jugendherberge zu kennen. Zum eigenen Schutz sollte man Profile und Kommentare von anderen Nutzern über den potenziellen Kontakt gründlich studieren und selbst ehrliche Bewertungen schreiben, um die wenigen schwarzen Schafe, die z. B. das Portal als Partnerbörse missbrauchen könnten, rechtzeitig auszuschließen. Außerdem bieten die meisten Organisationen, oft gegen Entgelt, an, die angegebene Adresse zu verifizieren oder die geplante Reiseroute zu speichern.

Doch das Prinzip Gastfreundschaft funktioniert gut. Sowohl Haustauscher und Couchsurfer als auch Gastgeber berichten zu weit über 90 Prozent von positiven Erfahrungen, angenehmen Überraschungen und schönen Erinnerungen.

Schlagwörter: Couchsurfing, Gastfreundschaftsnetzwerk, Haustausch

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