Freitag der 13.

13.08.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Freitag der 13. © GaToR-GFX - Fotolia.comFreitag der 13. – Auch heutzutage ist dieses Kalenderdatum für viele Abergläubische, besonders in Deutschland und den USA, ein verfluchter Tag. Ein Tag voller Unglück, welcher mindestens einmal und höchstens dreimal im Jahr auftaucht. Ein Datum, an dem viele Menschen aus Furcht ungern das Haus verlassen. Doch wieso gilt Freitag der 13. eigentlich als pecherfüllter Tag?

Der Ursprung findet sich hauptsächlich im Christentum. Dem zu folge haben Adam und Eva an einem Freitag von der verbotenen Frucht gegessen und wurden somit aus dem Paradies verbannt. Beim letzten Abendmahl saßen 13 Jünger am Tisch. Als Dreizehnter wird gerne der Verräter Judas in Verbindung gebracht. Letztendlich wurde Jesus an einem Freitag gekreuzigt.

Der Mythos um die 13 erstreckt sich auch durch die Zahl davor: Der perfekten 12. Das Jahr hat zwölf Monate. Der Tag beinhaltet 2 mal 12 Stunden. In der griechischen und nordischen Mythologie herrschten jeweils zwölf Götter. Auch im Christentum gilt die 12 neben der 7 als heilige Zahl. Jesus hatte 12 Apostel. Die Zwölf ist eine runde Zahl, ein Mehrteiler und steht für Ordnung. Die krumme 13 hingegen ist eine Primzahl oder wird auch gerne als übersteigerte Zwölf bezeichnet. Biblisch gesehen ist sie das Dutzend des Teufels und Astrologen betiteln die Dreizehn auch gerne als Zerstörer der Harmonie im Universum.

Auch in der Geschichte zeigt sich bereits vor über 700 Jahren ein verheerendes Ereignis, als König Philipp IV. auf Anordnung von Papst Klemens V. sämtliche Tempelritter am Freitag den 13. verhaften ließ. Wegen Ketzerei wurden sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Statistisch betrachtet finden an einem Freitag den 13. allerdings nicht mehr Katastrophen statt, als an anderen Tagen. Sogar der große Börsencrash von 1929, der gerne als Schwarzer Freitag bezeichnet wird, fand genau genommen an einem Donnerstag statt. Der amerikanische Börsenmakler Thomas William Lawson schrieb bereits 1907 den erfolgreichen Börsenroman Freitag der 13., welcher im gleichen Jahr auch in Deutschland erschien. Aus kommerzieller Sicht war Lawson somit wahrscheinlich der Erfinder des Unglückstags.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts taten Filmreihen und weitere Medien ihr übriges, um den Aberglauben in vielen Ländern zu manifestieren. Vor 1930 hielt man es in Deutschland noch für einen Segen, an einem Freitag zu heiraten – Der Glaube hat sich durch die Medien mittlerweile in das Gegenteil verwandelt. Besonders in den USA werden noch größere Maßnahmen getroffen: Viele Hotelbesitzer verzichten daher auf eine Zimmernummer 13, Wolkenkratzer überspringen ein dreizehntes Stockwerk und Fluggesellschaften lassen keinen Passagier in Reihe 13 Platz nehmen, sofern es sie überhaupt gibt.

Der mittlerweile weit vertretene Aberglaube setzt sich jedoch nicht in allen Ländern durch. In Japan gilt die 13 beispielsweise als Glückszahl, stattdessen wird die 4 als Pechbringer bezeichnet. Griechenland, Spanien und Lateinamerika haben ihren Unglückstag am Dienstag, den 13. und in Italien durchlebt man Freitag, den 17. mit größerer Vorsicht.

Schlagwörter: Aberglaube, Glück, Pech

RSS Artikel abonnieren (RSS)
Twitter Folge uns auf Twitter
Newsletter Newsletter abonnieren