Fair mit dem Fairtrade-Siegel

16.10.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Fairtrade - Gütesiegel schafft Vertrauen und GlaubwürdigkeitFairtrade-Rosen bei EDEKA, Fairglobe-Kaffee bei Lidl – zahlreiche Siegel, Gütezeichen und Logos lenken die Aufmerksamkeit auf Produkte mit Ethikanspruch. Neben den Klassikern wie Kaffee, Bananen und Blumen werden in Deutschland fast 1.000 fair gehandelte Produkte in über 30.000 Geschäften angeboten. Damit das gute Gefühl, fair gekauft zu haben, kein trügerisches ist, sollten verantwortungsbewusste Käufer wissen, worauf sie sich verlassen können.

Seit sie die Weltläden und Kirchenbasare verlassen haben, finden fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Kakao, Obst, Baumwollkleidung und Rosen immer mehr Abnehmer. Gestiegenes Verantwortungs- und Umweltbewusstsein der Konsumenten in den Industrieländern, aber vor allem konkurrenzfähige Qualität der angebotenen Waren sind dafür verantwortlich.

Aus Wohltätigkeitsprojekten und der kapitalismuskritischen Protestbewegung entstanden in den 60er und 70er Jahren alternative Handelsorganisationen, die mit direktem Marktzugang und fairen Preisen Kleinbauern und Handwerkern und ihren Familien in Entwicklungsländern ein würdiges Auskommen ermöglichen wollten. Heute gibt es internationale Verbände und Vereine, die durch Information und aktive Aufklärung, Erarbeitung und Kontrolle von Standards, Beratung und Unterstützung der Produzenten vor Ort die Entwicklung des fairen Handels weiter fördern.

Fairer Handel zielt auf nachhaltige Entwicklung und Hilfe zur Selbsthilfe in den beteiligten Produzentengemeinschaften ab. Soziale Studien belegen, dass fairer Handel zu stabileren wirtschaftlichen Verhältnissen, Verbesserung der Lebensumstände und der Produktionsbedingungen sowie häufigerem Schulbesuch und höherer Alphabetisierungsrate in den Regionen beitragen kann.

Standards geben vor, wann ein Produkt fair ist.

Das Prinzip des Fair Trade basiert auf freiwilligen ökonomischen, ökologischen und sozialen Standards. Für die Dachorganisationen der Fair-Trade-Bewegung ist fairer Handel „eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt….“
Gerechte Handelsbeziehungen sind demnach dadurch gekennzeichnet, dass

  • den Produzenten Mindestpreise garantiert und Fairtrade-Prämien gezahlt werden, die in gemeinschaftliche Projekte z. B. Bildungs-, Infrastruktur- oder Gesundheitsprojekte investiert werden können;
  • langfristige Lieferverträge und Vorfinanzierungsabkommen geschlossen werden, um Planungssicherheit und Zugang zu finanziellen Mitteln zu schaffen;
  • gesetzliche Mindestlöhne gezahlt und Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisationen eingehalten und damit Kinder- und Zwangsarbeit ausgeschlossen werden;
  • demokratische Strukturen und Mitbestimmung, Tarifverhandlungen, Sicherheit am Arbeitsplatz und Gesundheitsfürsorge gewährleistet sind;
  • biologischer Anbau und Umweltschutz gefördert werden.

Gütesiegel schaffen Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Da, anders als beim EU-Bio-Siegel, der Begriff „Fair Trade“ nicht geschützt ist, wirbt die Bewegung mit Zertifizierung und Gütesiegeln um das Vertrauen der Verbraucher. Wer den fairen (höheren) Preis zahlt, soll auch sicher sein, dass das Geld den beabsichtigten guten Zweck erfüllt. Und nicht jeder Slogan, der Fairness und Verantwortung suggeriert, steht auch für eine Handelsbeziehung im Sinne der Fair-Trade-Standards. Im Juli 2012 hat das Verbrauchermagazins ÖKO-TEST 79 als „fair gehandelt“ deklarierte Produkte anhand anspruchsvoller Bewertungskriterien getestet. Nur 50 bestanden den Test mit fair.

Als verlässlich gelten die etablierten Siegel von FLO international (Fair Trade Labelling Organization) und WFTO (World Fair Trade Organization), auch weil beide Organisationen unabhängige Kontrollmechanismen implementiert haben.

FLO international vereint derzeit Labelinitiativen aus 24 Ländern, die sich mit der Entwicklung und Kontrolle der Standards für das Fairtrade-Siegel beschäftigen. Deutsches Mitglied von FLO ist TransFair e. V.. Firmen und Händler erwerben von TransFair die Lizenz, das Fairtrade-Siegel für ihre Produkte und Waren nutzen zu können.
Die FLO-CERT GmbH ist der Zertifizierer von FLO. Unabhängige Inspekteure vor Ort prüfen regelmäßig die Einhaltung der Fair-Trade-Standards bei allen Akteuren des Warenflusses von der Herstellung bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Produkt mit Fairtrade-Siegel an den Einzelhandel ausgeliefert wird.

Die WFTO ist ein internationales Netzwerk aus 350 Firmen und Organisationen, die sich zu den strengen Prinzipien der Fair-Trade-Bewegung bekennen. Nur Handelsorganisationen die im Monitoringverfahren der WFTO unter Beweis stellen, dass ihre Organisation als Ganzes den hohen Anforderungen genügt, werden als Mitglieder aufgenommen und dürfen das Gütezeichen führen. Die größten deutschen alternativen Handelsgesellschaften mit dem Label der WFTO sind die Gepa, El Puente und dwp (Dritte Welt Partner). Sie handeln ausschließlich mit fairen Produkten.

Schlagwörter: Fair-Trade-Standards, fairer Handel, Fairtrade-Siegel, FLO, WFTO

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