Erste-Hilfe-Tipps bei drohendem Datenverlust!

07.02.2013 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Datenverlust - der Albtraum jedes PC-Besitzers.Unvergessliche Erinnerungsfotos und Schnappschüsse von der Hochzeit, der Geburt oder der letzten Silvesterfeier, wichtige Briefe und Unterlagen von Versicherungen & Co. und eine ganze Mediathek mit privater Lieblingsmusik und Filmen – was früher gut verstaut in der Schreibtischschublade und im Wohnzimmerregal lagerte, ist heute bei vielen vermeintlich sicher gespeichert auf der Festplatte des heimischen Computers.

Doch laut einer aktuellen Google-Studie fällt jeder zehnte digitale Datenträger bereits in den ersten zwei Jahren aus – und löscht nicht selten damit die hierauf gesicherten persönlichen Daten der PC-Eigentümer unwiederbringlich. Die Gründe für einen solch viel gefürchteten Totalausfall des Computers und damit der Festplatte können ganz unterschiedlich sein. Wie man seine Daten dennoch schützen oder im Ernstfall retten kann, lesen Sie im Folgenden.

Was tun, wenn der PC streikt?

Ein Computer ist ein technisches Wunderwerk bestehend aus vielen einzelnen Bauteilen, die natürlich auch einmal kaputt gehen können. Umso wichtiger auf Anwenderseite ist es, bei einem vermeintlichen Defekt die Ruhe zu bewahren und auf Ursachenforschung zu gehen. Ist gewährleistet, dass der heimische Rechner sowohl richtig verkabelt als auch im Stromnetz angeschlossen ist, der Bildschirm dennoch schwarz bleibt, liegt aller Wahrscheinlichkeit nach ein Hardwarefehler vor. Häufige Bauteile, die für das Nichtfunktionieren des PCs verantwortlich sind, sind z.B. die Grafikkarte, das Mainboard oder ein RAM-Baustein, die alle ohne Weiteres ausgetauscht werden können.

Ist der Totalausfall des Computers jedoch z.B. Folge eines Blitzeinschlags, eines elektronischen oder mechanischen Defekts oder durch das Herunterfallen verursacht worden, dann ist nicht selten das Herzstück des PCs betroffen – die Festplatte mit den persönlichen Daten. Um diesem damit einhergehenden Datenverlust wirksam vorzubeugen oder – im Ernstfall – die Daten wiederherzustellen, sind folgende Maßnahmen zu treffen.

Wie kann ich meine Daten wirksam vor Verlust schützen?

Die wichtigste Maßnahme, um seine persönlichen Daten vor dem Verlust zu schützen, ist das regelmäßige Backup – die tägliche Datenspeicherung z.B. mittels eines speziellen Programms, auf einem externen Datenträger oder bei einem Online-Dienstleister für Datensicherung. Dabei bieten die zwei letztgenannten Varianten gegenüber dem lokalen Backup zusätzlich noch den Vorteil, dass die Daten nicht nur bei einem Festplattendefekt, sondern u.a. auch gegen Wasserschäden oder einen möglichen Blitzeinschlag zuverlässig geschützt sind. Entscheidet man sich für das Backup bei einem der vielen Online-Dienstleister, sind die persönlichen Daten darüber hinaus sogar gegen Einbruch oder einen Brand gesichert und werden zudem laufend und automatisch per Internet synchronisiert, sodass auch das Backup selbst stets aktuell ist.

Eine weitere sinnvolle Schutzmaßnahme, das Risiko des Datenverlusts zu minimieren, ist die so genannte Festplattenüberwachung. Hierfür kommen spezielle Programme – häufig als kostenlose Freeware erhältlich – zum Einsatz, die mittels Auslesen von Harddisk-Parametern eine laufende Diagnose erstellen und so frühzeitig mögliche Defekte erkennen und davor warnen. Ist dies der Fall, kann in der Regel rechtzeitig der Verursacher hierfür ausfindig gemacht und das drohende Problem ggf. behoben oder die Festplatte vor einem drohenden Error komplett ausgetauscht und gegen eine neue ersetzt werden.

Was kostet ein regelmäßiges Backup meiner Daten?

Im Hinblick auf die entstehenden Folgekosten bei einem Totalausfall des Computers und somit Komplettverlusts der persönlichen Daten – ganz zu schweigen von der emotionalen Komponente wie z.B. beim unwiederbringlichen Verlust von Erinnerungsfotos – ist der monetäre Aufwand für ein Backup eher gering. So zahlt man in der Regel für die Datensicherung mit unbegrenztem Speicherplatz bei Online-Anbietern wie u.a. Updatestar, F-Secure oder Blackblaze weniger als 100,– Euro pro Jahr. Für einmalig ca. 80,– Euro erhält man mittlerweile externe Datenträger mit einer Kapazität von bis zu zwei Terabyte für das tägliche lokale Backup seiner Daten.

Wie kann ich meine Daten bei einem Festplatten-Blackout retten?

Wer trotz der vergleichsweise unaufwendigen und zuverlässigen Methode zur Datensicherung kein Backup gemacht hat, dem kann möglicherweise dennoch bei einem Defekt der Festplatte geholfen werden. Auch hier gibt es zwei Varianten, die jedoch vom jeweiligen Problem abhängig sind. Haben Sie z.B. Daten versehentlich gelöscht oder überschrieben, können diese mittels speziell hierfür entwickelter Tools wiederhergestellt werden. Hierfür notwendige Software-Programme wie u.a. Easy Recovery sind mit um die 1.000,– Euro Anschaffungswert jedoch nicht günstig.

Liegt ein mechanischer Fehler vor, der sich z.B. durch ein ungewöhnliches Geräusch des Computers bemerkbar macht, ist von eigenständigen Datenrettungsversuchen abzuraten. In diesem Fall sollte der Rechner – wenn möglich – direkt heruntergefahren und in ein so genanntes Rettungslabor eingeschickt werden. Da auch diese mit in etwa 1.000,– Euro oder mehr nicht unbedingt preiswert sind und darüber hinaus keine 100%ige Wiederherstellungsgarantie geben, muss jeder Anwender selbst entscheiden, wie viel ihm die Rettung seiner persönlichen Daten wert ist.

Bildrechte: contrastwerkstatt – Fotolia

Schlagwörter: Backup, Datenrettung, Datenverlust

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