Erneuerbare Energien im Haus

28.08.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Erneuerbare Energien im Haus © DOC RABE Media-Fotolia.comDie Energiewende wird konkret. „Klimaneutraler Gebäudebestand“ bis 2050 heißt eines der großen Ziele der Bundesregierung. Für zukünftige Hauseigentümer manifestiert es sich im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das für Neubauten den Einsatz erneuerbarer Energien verbindlich vorschreibt. Angesichts ständig steigender Preise für Öl und Gas lohnen sich dahingehende Überlegungen auch für Sanierer bestehender Wohngebäude.

Der größte Teil des Energieverbrauchs im Haus entfällt auf Wärmeenergie. Gesetzliche Vorschriften und staatliche Förderprogramme für die Gebäudesanierung zielen auf die massive Senkung des Energieverbrauchs z. B. durch Maßnahmen zur Isolation und Wärmedämmung und auf die Deckung des verbleibenden Wärmebedarfs aus regenerativen Energiequellen ab. Heizen und Warmwasserbereitung auf der Grundlage erneuerbarer Energien ist heute schon vielfältig möglich.

Sonne als Energiequelle

Sonnenkollektoren auf dem Dach sind keine Seltenheit mehr. Mit der Technologie der Photovoltaik wird die in ihnen gesammelte Wärme in Strom umgewandelt und für den Betrieb elektrischer Geräte genutzt. Viel häufiger finden aber Solarthermie-Verfahren zur Warmwasserbereitung oder zum Vorwärmen des Heizwasserkreislaufes Anwendung. Schon wenige Quadratmeter Kollektorfläche in südwestlicher Ausrichtung reichen an sonnigen Tagen aus, um den Warmwasserbedarf eines Privathaushaltes zu decken. Die Technik ist ausgereift, der Betrieb einfach, aber die Energiequelle ist unzuverlässig zumindest in unseren Breiten. Daher kann die Nutzung nur in Kombination mit zusätzlichen, meist konventionellen Wärmeerzeugern erfolgen.

Mit Wärmepumpen ökologisch heizen

Die strombetriebene Wärmepumpe bringt die Umgebungswärme aus dem Erdreich, der Außenluft oder dem Grundwasser durch Verdichtung auf ein höheres Temperaturniveau und gibt die Wärme an das Heizungssystem ab. Die Pumpen sind betriebssicher, langlebig, emissionsfrei und wartungsarm. Brennstoff-Kosten und –Lager entfallen. Die jährlichen Betriebskosten sind gering und hängen wesentlich vom Strompreis ab. Viele Energieerzeuger bieten Strom für den Wärmepumpenbetrieb besonders günstig an.

Zusätzlich zu den Investitionskosten für die Erschließung der Wärmequelle und die Anschaffung und den Einbau der Pumpe, ca. 15.000 € bis 20.000 €, müssen notwendige Folgemaßnahmen in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen einbezogen werden. Die Effizienz der Erdwärmeheizung kann nur realisiert werden, wenn das Gebäude gut gedämmt ist und z. B. Niedrigtemperatur-Heizkörper zum Einsatz kommen.

Holz – nachwachsend und regional verfügbar

Moderne Holzheizungen werden mit aus Holzabfall gepressten Pellets betrieben. Die Pellets verbrennen sehr sauber mit nur geringer Feinstaubbelastung und sind in der Herstellung deutlich weniger energieintensiv als fossile Brennstoffe. Im Vergleich zu Öl und Gas waren die Preise in den vergangenen Jahren stabil auf niedrigem Niveau.
Durch geringe Betriebs- und Wartungskosten amortisiert sich die Investition in eine Pelletheizung relativ schnell. Die Kosten für die Anschaffung des Heizkessels und Speicher liegen je nach Ausstattung und Leistung zwischen 10.000 € und 15.000 €. Abhängig von den baulichen Gegebenheiten entstehen zusätzliche Aufwendungen für das Pelletlager und ein entsprechendes Fördersystem.

Energieberater machen sich bezahlt

Während bei einem Neubau die baulichen Voraussetzungen für den effizienten Einsatz alternativer Heizsysteme mit wenig zusätzlichem Aufwand zu schaffen sind, erfordert der wirtschaftliche Einsatz regenerative Energien im Altbau oft umfassendere Sanierungsmaßnahmen als nur den Austausch der Heizung.

Hauseigentümer, die ihre Immobilie energetisch sanieren wollen, sollten sich bei der Planung und Ausarbeitung des Sanierungskonzeptes von einem kompetenten Energieberater unterstützen lassen. Diese Experten begutachten ein Gebäude ganzheitlich aus energetischer Sicht, empfehlen notwendige Modernisierungsmaßnahmen und begleiten ihre Umsetzung am Bau. Sie wissen nicht nur, was technisch möglich ist, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll, kennen Finanzierungsbedingungen und Fördermöglichkeiten.
Nicht ohne Grund fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Vor-Ort-Beratung zur Energieeinsparung in Wohngebäuden mit bis zu 50 % der Beratungskosten. Eine Studie des Forsa-Instituts bestätigt, dass kompetent beratene Hauseigentümer deutlich höhere Energieeinsparungen erzielten als Do-it-yourself-Sanierer. Zudem ist die Vor-Ort-Beratung von anerkannten Energieberatern oft eine Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Fördergeldern.

Weiterführende Informationen:
- www.zukunft-haus.info/de/
- www.dena.de
- www.heizungsfinder.de

Förderprogramme und – Kredite
- BAFA Energiesparberatung
- KfW-Energieeffizienzprogramm
- www.energiefoerderung.info

Energieexperten
- www.energie-effizienz-experten.de

Schlagwörter: energetische Sanierung, Energieberater, Erneuerbare Energien, Pelletheizung, Solarthermie, Wärmepumpe

RSS Artikel abonnieren (RSS)
Twitter Folge uns auf Twitter
Newsletter Newsletter abonnieren