Elternsache: Jugendschutz im Internet

25.01.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Jugendschutz im Internet © Peter Atkins - Fotolia.comWürden Sie Ihr Kind allein auf die Straße schicken, nur weil es laufen kann? Ebenso wenig können Kinder und Jugendliche ohne Begleitung, Anleitung und Schutz auf die virtuelle Reise in die grenzenlose Internetwelt gehen, obwohl sie die neueste Version von iPad und Co. bedienen und sich problemlos durch Websites, Pop-ups, Downloads, Apps, Games etc. klicken können. Für wirksamen Jugendschutz ist aktives Handeln aller Erziehungsbeteiligten gefragt.

Neben den vielen interessanten und pädagogisch wertvollen Möglichkeiten die das Internet als Informationsquelle, zur Unterhaltung und Kommunikation bietet, hat auch alles, was im realen Leben die kindliche Entwicklung negativ beeinflussen und gefährden kann, irgendwo Eingang in die virtuelle Welt gefunden. Der Weg auf den heimischen Bildschirm ist nicht weit. Schnell ist ein Kind mit den falschen Inhalten konfrontiert, gibt unbedarft persönliche Daten für ein faszinierendes Gewinnspiel weiter oder findet keinen Ausgang aus der virtuellen Spielewelt.

Der Jugendschutz im Internet wird in Deutschland durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und das Jugendschutzgesetz gesetzlich geregelt. Die Gültigkeit der Gesetze und Verordnungen sowie die Kontrollmöglichkeiten enden jedoch an den deutschen Grenzen, das Internet nicht. Das Wesen dieses Mediums schließt ein unter Jugendschutzaspekten sicheres Netz an sich aus.

Der beste Schutz ist Wissen und Können. Kinder müssen den sicheren Umgang mit Medien schrittweise lernen und brauchen dazu die Anleitung durch Erwachsene. Leichter gesagt als getan. Anders als beim Verhalten im Straßenverkehr fehlt der Elterngeneration aber häufig der Erfahrungsvorsprung. Eltern müssen sich oft zeitgleich mit ihren Kindern mit dem Medium auseinandersetzen.

Man muss nicht selbst zum Online-Spieler werden oder sich stundenlang in Chatrooms aufhalten, um zu verstehen, was die Sprösslinge am Internet fasziniert. Unter dem Stichwort „Internet-Führerschein“ und auf vielen Kinderseiten im Netz finden sich auch Angebote (siehe Links unten), die verständlich und anschaulich Basiswissen für die Nutzung des Internets vermitteln und über Chancen und Risiken aufklären.

Übereinstimmend raten Medienexperten, Pädagogen und Psychologen Eltern, mit ihren Kindern im Gespräch über ihre Online-Aktivitäten zu bleiben, gemeinsam zu spielen oder zu surfen und verständliche Regeln für die Internetnutzung festzulegen und einzuhalten. Verbote und Totalüberwachung schaden dem Vertrauensverhältnis eher und behindern die Entwicklung der notwendigen Medienkompetenz.

Spezielle Schutzsoftware kann sinnvolle Unterstützung leisten. Die elterliche Begleitung ersetzt die „netnanny“ nicht. Mit integrierten Kinderschutzfunktionen oder Jugendschutzsoftware können Eltern Zeitbeschränkungen für die Nutzung von PC und Internet festlegen, den Zugriff auf Netzinhalte und Programme gezielt über Software steuern und über Protokolle überwachen. Tests und Bewertungen zu Kinderschutzsoftware finden sich in Computer-Fachzeitschriften und -Webseiten und den entsprechenden Internet-Foren. (z. B. netzwelt.de, computerbild, chip.de)

Die meisten sicheren Angebote für Kinder wie „fragFINN“ oder „seitenstark.de“ basieren auf Positivlisten geprüfter Webseiten, die kindgerechte Inhalte präsentieren, oft frei von Werbung sind und regelmäßig aktualisiert und geprüft werden. Zusammen mit einem spamfreien e-Mail-Konto z. B. über MAIL4KIDZ.de und einer kindgerechten Suchmaschine bieten sie dem Internet-Anfänger eine überschaubare, geschützte virtuelle Welt für das Online-Lernen, -Spielen und –Kommunizieren.

Spätestens wenn aus Kindern Jugendliche werden, die ihren Freiraum brauchen und als „Digital Natives“ mit Leichtigkeit Sperren umgehen oder nicht reglementierte Zugänge ins Netz finden, sind Filter und Zugriffsbeschränkungen kein wirksamer Schutz mehr. Dann hilft nur noch das Vertrauen auf die Medienkompetenz der Heranwachsenden. Jugendliche Internetnutzer sollten fähig sein, Angebote und Inhalte sinnvoll auszuwählen und Medienbotschaften richtig zu beurteilen, Chancen und Risiken zu erkennen und die Wirkungen der eigenen Aktivitäten abzuschätzen.

Hilfreiche Links zum Thema Jugendschutz und Medienkompetenz mit umfangreichen Erklärungen, Tipps und Hinweisen für Eltern, Links zu Beschwerde- und Beratungsstellen und empfehlenswerten Webseiten finden sich u.a. hier:

www.internet-abc.de
www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps.html
http://bayern.jugendschutz.de/kinderundinternet/index.aspx (mit zahlreichen Empfehlungen für kindgerechte Angebote)
www.klicksafe.de
www.surfen-ohne-risiko.net
http://schau-hin.info
http://jugendschutz.net (Faltblätter und Broschüren zu Jugendschutzthemen)

Schlagwörter: Jugendschutz, Kinderschutzsoftware, Medienkompetenz

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