Eigentumswohnungen werden immer teurer

03.04.2014 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Eigentumswohungen werden immer teurerEigentumswohnungen sind Teil einer Erfolgsgeschichte, die verschiedene Ursachen hat. Diese Wohnform hat in der Vergangenheit von verschiedenen Faktoren profitiert, die ineinander greifen und die positive Entwicklung erst möglich gemacht haben. Die Folge der Beliebtheit sind die zuletzt enorm gestiegenen Preise.

Dabei gibt es Eigentumswohnungen in der heutigen Rechtsform erst seit rund 60 Jahren. Anfangs waren sie wenig beliebt, doch ihr Siegeszug hat bewirkt, dass von den insgesamt rund 40 Millionen Wohnungen in Deutschland heute über neun Millionen Eigentumswohnungen sind.

Die Beliebtheit hat ihren Grund auch darin, dass viele Eigentumswohnungen in den vergangenen Jahrzehnten durch Umwandlung entstanden sind. Das lohnte sich zunächst vor allem bei Mietshäusern in den attraktiven Lagen der Innenstädte oder der beliebten Stadtteile und bei Gebäuden mit guter Bausubstanz. Auf diese Weise fand ein Großteil der Gründerzeit- und Jugendstil-Mietwohnungen neue Eigentümer, die sich als Gemeinschaft oft intensiv um die Erhaltung und Renovierung kümmerten. Diese schönen Wohnungen sind begehrt, weil sie ein großzügiges Leben mitten in der Stadt ermöglichen.

Gründe für die Preissteigerung

Heute sind freie Innenstadtgrundstücke zur Bebauung so rar und deshalb so teuer, dass sich der Mietwohnungsbau dort kaum mehr lohnt, weshalb überwiegend neue Eigentumswohnungen entstehen, die von den Erwerbern entweder selbst bewohnt oder vermietet werden. In den Zentren kann oft nur deshalb gebaut werden, weil nicht mehr nutzbare Gebäude zuvor abgerissen wurden oder weil der Neubau erst durch eine vorangegangene Nutzungsänderung möglich wurde. Auf diese Weise sind in den vergangenen Jahren in vielen Städten neue, beliebte Wohnquartiere entstanden, deren Wohnungen allerdings aus den genannten Gründen nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sind.

Mehr noch als die Preissteigerungen im Wohnungsbau hat der seit rund 15 Jahren zu beobachtende Trend „Zurück in die Stadt“ zur Beleibtheit von Eigentumswohnungen beigetragen. Wer in der Stadt wohnt, profitiert von der guten Infrastruktur, dem umfassenden Kulturangebot und dem guten Angebot an Arbeitsplätzen.

Galten Eigentumswohnungen bis in die Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts noch als langweilig, so hat sich das spätestens ab 2007 mit dem neuen Wohnungseigentumsgesetz geändert, das den Eigentümern viele neue Gestaltungsräume eröffnet hat. Profitieren konnten Eigentumswohnungen als überschaubare und sichere Investition oder als Altersabsicherung auch von der Verunsicherung der Anleger durch die Finanzkrise.

Preise steigen rasant

Alle diese Gründe zusammen haben dazu beigetragen, dass Eigentumswohnungen in den vergangenen Jahren stärker im Preis gestiegen sind als alle anderen Wohnformen. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Eigentumswohnungen auf dem Land oder in schrumpfenden Städten konnten von der positiven Entwicklung nicht profitieren.

Der Anstieg der Preise für Eigentumswohnungen in Bestand und Neubau war laut F+B-Wohn-Index Deutschland etwa viereinhalbmal so hoch wie der Anstieg der Mieten. Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Jahr 2013 mit durchschnittlich 5,9 Prozent noch einmal etwas stärker gestiegen als im Vorjahr (2012: 5,1 Prozent). Diese Entwicklung spiegele die nach wie vor hohe Attraktivität von Sachwertinvestitionen wider, sagt Dr. Bernd Leutner, Geschäftsführer der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt. Dazu tragen das anhaltend niedrige Zinsniveau, stabile Einkommenserwartungen und moderat steigende Mieten bei.

Die Preise für Eigentumswohnungen weisen schon seit Jahren die bekannten Süd-Nord- und West-Ost-Gefälle auf. Von den Top-50-Städten in der Preisrangliste liegen laut F+B etwa zwei Drittel in Bayern und Baden-Württemberg, von den 50 Städten mit den geringsten Preisniveaus über 80 Prozent in Ostdeutschland.“

Während sich die Mietpreissteigerung im zweiten Halbjahr 2013 verlangsamte, erhöhte sich laut Untersuchung von Jones Lang LaSalle in acht untersuchten Städten der Preisanstieg für Eigentumswohnungen im Vergleich zur ersten Jahreshälfte weiter. In München wurden Eigentumswohnungen im zweiten Halbjahr für 5.130 Euro pro Quadratmeter angeboten und damit um 11,7 Prozent teurer als im Vorjahreszeitraum. Mit 3.420 Euro pro Quadratmeter verteuerten sich die Preise in Hamburg innerhalb eines Jahres um 6,0 Prozent. Den höchsten Preisanstieg aller untersuchten Städte mit Plus 19,3 Prozent auf 2.470 Euro pro Quadratmeter verzeichnete Köln, allerdings hauptsächlich in innerstädtischen Lagen, den zweithöchsten mit plus 16,7 Prozent Stuttgart auf 2.760 Euro pro Quadratmeter. Auch Düsseldorf verzeichnet kräftigst steigende Kaufpreise: plus 16,1 Prozent auf 2.810 Euro pro Quadratmeter. In Leipzig sanken die Angebotskaufpreise in der zweiten Jahreshälfte zwar geringfügig, dennoch schlägt 2013 auch hier ein Preiszuwachs von 16,3 Prozent auf 1.380 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

Laut Europace Hauspreis-Index EPX stabilisierten sich zu Jahresbeginn 2014 sich die Kaufpreise von Wohnimmobilien. Der Europace-Hauspreisindex EPX befindet sich mit 112,27 Punkten nach wie vor auf hohem Niveau, liegt jedoch 0,67 Prozent unter dem Vormonat. Laut einer Sonderauswertung des Europace-Marktplatzes sind die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 durchschnittlich um 15,41 Prozent teurer geworden.

Bildrechte: spuno - Fotolia.com

Schlagwörter: Eigentum, Eigentumswohnung, Preissteigerung, Miete, Altersvorsorge

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