Die Stadt der Zukunft ist kompakt

18.10.2011 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Die Stadt der Zukunft ist kompaktDie Stadt der Zukunft muss ohne Öl auskommen. Das hat weit reichende Konsequenzen – nicht nur für die Bauweise unserer Häuser, sondern auch für die gesamte Infrastruktur. Das erste Gebot muss daher lauten: Wir müssen nachhaltig bauen und wirtschaften.

Auch zur EXPO REAL 2011 in München spielte dieses Thema eine große Rolle. Die RoSS-Studie, ein Forschungsprojekt dreier Berliner Hochschulen und Partnerunternehmen, stellte ein Kennzahlensystem vor, das die Leistungen nachhaltigen Wirtschaftens und Handels im Facility-Management messbar macht. Mit steigenden Energiepreisen und einem wachsenden Umweltbewusstsein werden Gebäude, die diesen Maßstäben nicht gerecht werden, auf Dauer schwerer zu vermarkten sein. Doch technische Lösungen allein reichen nicht. Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen fünfzig Jahre hat die Bildung von Zwischen- und Vorstädten gefördert. Die Menschen waren lange Zeit bereit, weite Wege in Kauf zu nehmen. Inzwischen zeigt der Trend in die entgegengesetzte Richtung.

Prof. Georg Franck, Architekt und Stadtplaner aus Wien, mahnt im europäischen Online-Magazin eurozine.com die „Redimensionierung der Städte im Zeichen der Walkable-City“ an. Städte sind lebendige Organismen, in denen „alles mit allem zusammenhängt“ und uns die Architektur als „körperliches Wesen“ begegnet, schreibt Franck. „Die Post-Oil-City ist die Stadt, die den täglichen Pendelverkehr zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt. Sie ist die Stadt der kurzen Wege. Kurz werden die Wege nur durch kompakte Bauweise. Eine Rückkehr zu kompakter Bauweise bedeutet Nachverdichtung im baulichen Bestand.“

Die Politik reagiert vorerst zaghaft auf die gebotenen Veränderungen. Nachverdichtung ist jedenfalls in vielen deutschen Bauämtern eine Vokabel, die den Blutdruck hoch treibt. Immerhin hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ganz aktuell ein Expertengremium zur Weiterentwicklung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) eingesetzt. Danach soll der Radverkehr wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Verkehrspolitik werden. Schon heute funktionieren Städte mit einem kompakten Kern, der oft noch mittelalterliche Strukturen zeigt, in dem beschriebenen Sinne vorbildlich. Auch aus diesem Grund erreichen Städte wie Heidelberg, Konstanz oder Lüneburg bei der Beurteilung der Lebensqualität höchste Werte.

Schlagwörter: Infrastruktur, Stadt der Zukunft, Umweltbewusstsein

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