Die elektronische Gesundheitskarte kommt

20.03.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Die elektronische Gesundheitskarte © Kzenon - Fotolia.comSeit Oktober 2011 statten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Mitglieder mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) aus. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und ersetzt die bisherige Krankenversichertenkarte. Damit wird der erste Schritt in ein deutsches, elektronisches Gesundheitsnetzwerk für die Versicherten sichtbar.

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung hat die Bundesregierung den Aufbau einer umfangreichen Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen beschlossen. Sie soll die IT-Systeme von Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und anderen Leistungserbringern in einem geschlossenen Netzwerk verbinden, damit künftig alle Akteure in der Gesundheitsversorgung besser miteinander kommunizieren können. Patienteninformationen sollen so schneller verfügbar sein, Doppeluntersuchungen vermieden und Verwaltungsaufwand minimiert werden. Die elektronische Gesundheitskarte ist der Schlüssel zur Beteiligung der Patienten am Gesundheitsnetzwerk.

Neue Merkmale der elektronischen Gesundheitskarte

Der äußerliche Unterschied ist das Lichtbild, das auf die Karte aufgebracht wird und vor der missbräuchlichen Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, z. B. bei Verlust der Karte, schützen soll.
Mit der neuen Chipkarte erhält der Versicherte eine lebenslang gültige Krankenversicherungsnummer. Beim Wechsel der Krankenkasse bekommt der Patient eine neue eGK mit neuer Geheimzahl. Die Versichertennummer bleibt erhalten.
Die elektronische Gesundheitskarte ist mit einem Mikroprozessorchip ausgestattet, der weitaus mehr sichere Speicher- und Datenverarbeitungsmöglichkeiten als der Speicherchip auf den bisherigen Versichertenkarten bietet.

Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte

In der Anfangsphase dient die eGK der Identifikation des Patienten und der Abrechnung der Leistungen wie die bisherige Versichertenkarte. Verpflichtend gespeichert werden neben dem Lichtbild die Verwaltungsdaten wie Name, Geburtsdatum, Adresse, Geschlecht, die Angaben zur Krankenversicherung, Versicherten- und Zuzahlungsstatus sowie die europäische Versichertenkarte auf der Rückseite.

In einem zweiten Schritt, voraussichtlich ab 2016, wird die elektronische Gesundheitskarte mit einer
Online-Anbindung ausgestattet, die Voraussetzung für die Nutzung zusätzlicher Funktionen ist. Die Anwendungen dafür befinden sich noch in der Entwicklung und können erst nach erfolgreichen Praxis- und Datensicherheitstests schrittweise eingeführt werden.

Geplant sind Zusatzfunktionen wie

  • Online-Aktualisierung der Verwaltungsdaten ohne Austausch der Karte
  • Speicherung von Notfalldaten wie z. B. Blutgruppe, bestehende Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten, chronische Krankheiten oder Kontaktdaten zu verständigender Angehöriger
  • Sicherer elektronischer Austausch von Patienteninformationen zwischen behandelnden Ärzten (elektronischer Arztbrief)
  • Elektronische Patientenakte mit einrichtungsübergreifender Behandlungsdokumentation

Die Nutzung von Zusatzfunktionen ist freiwillig. Der Versicherte bestimmt welche Daten gespeichert oder gelöscht werden und wer Zugriff auf sie hat. Medizinisches Personal muss sich mit dem PIN-Code seines Heilberufsausweises identifizieren und kann die Daten nur dann einsehen, wenn der Patient durch Eingabe seiner PIN dem Zugriff zustimmt (ausgenommen die Notfalldaten).

Ablauf des Austausches

Die Krankenkassen fordern ihre Mitglieder zur Einsendung eines Fotos und zur Beantragung der kostenfreien eGK auf. Bis zum Ersatz aller Karten gelten die aktuellen Versichertenkarten weiterhin. Verfügt eine Arztpraxis noch nicht über ein eGK-fähiges Lesegerät, wird der Patient trotzdem behandelt.
Die Kassen informieren über verfügbare Zusatzinformationen und senden ggf. die benötigte PIN zu.

Weitere Informationen gibt es bei allen gesetzlichen Krankenkassen und beim Bundesgesundheitsministerium http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/elektronische-gesundheitskarte.html

Schlagwörter: eGK, Elektronische Gesundheitskarte, Gesundheitsnetzwerk, Telematikinfrastruktur

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