Deutschland hat eine neue Wohnungsnot

19.04.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Deutschland hat eine neue Wohnungsnot © JiSIGN-Fotolia.comIn Universitätsstädten, Ballungszentren und Großstädten spitzt sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu. Dort gibt es einen deutlichen Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen.

In den zehn deutschen Großstädten, die den stärksten Wohnungsmangel haben, fehlen insgesamt mehr als 100.000 Mietwohnungen. Damit sich der Mangel an Wohnungen zumindest nicht weiter vergrößert, müsste der Mietwohnungsbau verdoppelt werden und auf mindestens 130.000 neue Wohnungen pro Jahr ansteigen. Bis 2017 müssen insgesamt 825.000 Mietwohnungen neu gebaut werden, lautet auch das Ergebnis einer aktuellen Studie des Pestel-Instituts in Hannover und des Bochumer Wohnungsbau-Experten Prof. Dr. Volker Eichener im Auftrag der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes wurde im Jahr 2011 in Deutschland der Bau von 228.400 Wohnungen genehmigt. Doch sind Genehmigungszahlen nicht gleichbedeutend mit Neubauzahlen. Allerdings bedeuten diese Zahlen bereits 21,7 Prozent oder 40.700 Wohnungen mehr als im Jahr 2010.

Diese Zahlen seien zwar erfreulich, aber kein Grund zur Entwarnung, erklärt der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Walter Rasch. Er fordert die Anhebung der linearen Abschreibung von derzeit zwei auf vier Prozent, damit der Wohnungsneubau voran käme und Anreize für Investoren geschaffen werden.

Die Wohnungsknappheit wirkt sich bereits jetzt auf die Preise aus. Die Angebotsmieten haben sich besonders in den boomenden Großstädten und in vielen Universitätsstädten stark erhöht. So verzeichneten die 20 Städte mit den kräftigsten Mietsteigerungen, zum Beispiel Greifswald, Bremen, Freiburg im Breisgau und Kiel, 2011 ein Plus zwischen 5 und 10 Prozent. Neben eher kleineren Großstädten gehören auch Hamburg und Berlin zu den Städten mit stark steigenden Mieten. Das geht aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor.

Schlagwörter: Mietsteigerung, Mietwohungsbau, Wohnungsmängel, Wohnungsnot

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