Der Mai - Feiertage, Bräuche und Symbolik.

27.04.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Maibaum © Turbowerner - Fotolia.comKein anderer Monat ist so reich an Feiertagen wie der Mai. Ursprüngliche Frühlingsriten, hohe kirchliche Feste sowie die Erinnerung an den Kampf der Arbeiter- und der Frauenbewegung werden gleichermaßen begangen. Über die Zeit haben sich dabei Volksbräuche und kirchliche Traditionen oftmals vermischt. Den „Feiertagsmarathon“ eröffnet der erste Mai. Anders als die meisten anderen Feiertage hat er keinen religiösen Hintergrund. Der erste Mai wird auch Tag der Arbeit, Maifeiertag oder Kampftag der Arbeiterbewegung genannt und ist ein internationaler Feiertag. Ende des 19. Jahrhunderts forderte die nordamerikanische Arbeiterbewegung vor dem Hintergrund der gerade in der Neuen Welt unerträglichen Arbeitsbedingungen, die gesetzliche Festlegung eines 8-Stunden-Tages. Am 1. Mai 1886 gingen erstmals Gewerkschaftler der „American Federation of Labor“ für diese Forderung auf die Straße. Da in der Alten Welt die Arbeiter ebenfalls Not litten und so gut wie keine Rechte hatten, dauerte es nicht lange, bis sich auch in Europa Arbeiter in Bewegungen zusammen schlossen und für bessere Bedingungen und soziale Absicherung bei Krankheit oder Unfall stritten. Bis heute finden sich Menschen rund um den Globus am ersten Mai zu Kundgebungen und Märschen für mehr Rechte von Arbeitnehmern zusammen. Der erste Tag des Monats Mai hatte aber auch im Volksglauben eine besondere Bedeutung. In der Nacht vor dem ersten Mai ist „Walpurgisnacht“, in der Hexen angeblich große Feste feierten und zum Brocken (höchster Berg im Mittelgebirge/Harz) flogen. Aus diesem Grund wurde vielerorts ums Feuer herum getanzt, um Hexen und andere Geisterwesen abzuwehren. Der Gang zwischen zwei Walpurgisfeuern hindurch, sollte zudem reinigen und Seuchen fernhalten. Sogenannte Walpurgisriten finden sich auch heute noch in vielen Maibräuchen wieder. So soll der heutige „Tanz in den Mai“ seinen Ursprung in den Hexen-Abwehrtänzen haben. Das Schmücken von Häusern und Ställen mit Zweigen und Bäumchen rührt ebenfalls aus dieser Zeit und wurde damals zum Schutz gegen Krankheiten und vor bösen Geistern vorgenommen. In vergangener Zeit sollen zudem junge unverheiratete Männer den Brauch des „Pfingstmaiens“ gepflegt haben, um sich den noch unverheirateten Jungfrauen vorzustellen. Dazu gingen sie zum Haus ihrer Angebeteten und platzierten vor deren Tür oder Fenster frische Birkenäste, geschmückt mit Bändern und Blumen. Diese galten als Symbole der Jugendfrische und Zuneigung („Ich bin dir grün!”). Schlimmer als gar keine Maien zu erhalten, war es für ein Mädchen eine sogenannte Schandmaien (einen dürren Stecken) von einem „Verschmähten“ aufgesteckt zu bekommen. Auch Kirschzweige (Symbol für Klatschsucht) oder Weißdorn (Symbol für eine, die unbedingt geheiratet werden will) galten als wenig geliebte Gaben. Weit verbreitet ist auch der Brauchtum des Maibaums. Bei Maibäumen handelt es sich meist um große, hochstämmige, verzierte Bäume, die oft auf dem Dorfplatz oder an zentraler Stelle aufgerichtet werden. Je nach Region kann die Gestaltung der Maibäume sehr unterschiedlich aussehen. Am zweiten Sonntag im Mai ist in vielen westlichen Ländern Muttertag. Der Muttertag hat seinen Ursprung in der englischen und amerikanischen Frauenbewegung und wurde zu Ehren der Mutter und Mutterschaft eingeführt. Heute ist der Muttertag wie der Valentinstag ein stark kommerzialisierter Festtag. Vierzig Tage nach Ostern (39 Tage nach dem Ostersonntag) feiert die Kirche Christi Himmelfahrt. Durch diese Zeitrechnung fällt das Fest immer auf einen Donnerstag und häufig in den Mai. Obwohl kirchlicher Feiertag ist dieser Tag seit dem 19. Jahrhundert durch staatliche Regelung arbeitsfrei. Er geht auf den biblischen Bericht in der Apostelgeschichte zurück, nachdem Jesus Christus nach seiner österlichen Auferstehung von den Toten an diesem Tag in den Himmel aufgefahren ist. Mit dem Pfingstfest, das auch als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet wird, endet der Feiertagsreigen im Mai. Hinter diesem Feiertag steht ebenfalls eine Zeitrechnung: Das griechische Wort „pentecoste“ bedeutet „der fünfzigste Tag“ und so lässt sich Pfingsten von der Zahl 50 (50 Tage nach Ostern) herleiten. Die Kirche erinnert an Pfingsten an das Ereignis, bei dem die Jünger Jesu nach seiner „Himmelfahrt“ den Heiligen Geist auf sich herab kommen spürten. Von diesem Tag an verkündeten sie die Taten von Gottes Sohn in allen Sprachen der bis dahin bekannten Welt. Pfingsten gilt daher auch als Geburtstag der Kirche.

Schlagwörter: Bräuche, Feiertage, Feste

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