Bessere Noten aus dem Netz?

19.12.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Nachhilfe am PC - lernen im virtuellen KlassenzimmerDas Geschäft mit der Bildung blüht. In Deutschland geben besorgte Eltern lt. Bertelsmann-Stiftung ca. 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für Nachhilfe aus; überwiegend noch für die klassische Präsenz-Nachhilfe. Mit zahlreichen Lernportalen und eTutoren ist das heikle Thema auch im Internet angekommen. Bessere Noten versprechen alle. Doch nur wer das für seine Wissensdefizite geeignete Angebot auswählt, bekommt sie auch.

Neben Nachhilfebörsen wie z.B. nachhilfeNet.de oder tutoria.de, die bei der Suche nach Lehrern und Angeboten in der Region helfen, finden sich im Internet Lernportale, Lernvideos und Aufgabenplattformen für fast alle Schulfächer, Schulformen, Studiengänge und Schüler jeden Alters.

Teilweise kostenfrei (vilogo.tv, klassenarbeiten.de oder oberprima.com) oder als Abonnement für fünf bis 20 Euro monatlich je nach Nutzungsintensität und Vertragslaufzeit (z. B. scoyo.com, sofatutor) gibt es Beispielaufgaben, Erklärungen, interaktive Hilfestellungen, Tests und Tipps; teilweise mit individueller Auswertung und separatem Elternzugang oder in Animations- und Spielewelten verpackt und den Lehrplänen der Bundesländern angepasst.

Jederzeit und ortsunabhängig verfügbar, kostengünstig und motivierend gestaltet, sind Lernvideos und Online-Kurse eine sinnvolle Ergänzung zum Schulbuch und zur Übung und Vertiefung des Gelernten gut geeignet. Um die passenden Übungen zu finden, müssen Nutzer oder deren Eltern aber häufig selbst analysieren, in welchen Bereichen die Defizite liegen. Jüngere Kinder benötigen meist Anleitung zum Verständnis der Arbeitsmethoden und –anweisungen. Gute Leistungen im Online-Test bedeuten nicht unbedingt besseres Verständnis für die Problemstellung, denn auch durch Raten kommt man irgendwann zum richtigen Ergebnis.

Sind die Probleme des Schülers eher methodischer Art oder mangelt es am Grundverständnis oder wichtigem Vorwissen zur Lösung eines Problems, kann ein Online-Kurs einen guten Lehrer nicht ersetzen.

Lernen im virtuellen Klassenzimmer

Auch den persönlichen Nachhilfelehrer gibt es inzwischen online. In den USA ist es die gängige und kostengünstige Variante von Nachhilfe, dank Flatrate und Online-Tutoren in Asien. In Deutschland ist Nachhilfe aus dem Internet noch ein Nischenmarkt, aber professionelle Angebote gibt es bereits, sowohl von Portalbetreibern wie multiconcept-online.de, lernhilfe-statt-nachhilfe.de , Megatutor oder lektion8.de als auch klassischen Nachhilfe-Instituten wie Studienkreis oder Schülerhilfe.

Persönliche und technische Voraussetzungen

Zur Online-Nachhilfestunde treffen sich Schüler und Lehrer in einem „virtuellen Klassenzimmer“. Sie kommunizieren über Internet-Telefonie, z. B. das kostenlose Programm Skype, Chat und Video. Wichtigste Voraussetzung für die reibungslose Kommunikation ist ein schneller Internetanschluss und ein gewisses Maß an Technikkompetenz und Nutzungsroutine auf beiden Seiten. Der Schüler arbeitet an seinem PC oder loggt sich über ein spezielles Programm auf dem PC des Tutors ein. Webcam, Headset und ein Grafik-Pad sind hilfreich, aber nicht unabdingbar. Wichtig ist nur, dass der Lehrer verfolgen kann, was der Schüler tut und umgekehrt.
Geeignet ist Online-Nachhilfe für ältere Schüler und Studenten, die selbständig arbeiten, sich disziplinieren und motivieren können und für Feedback nicht auf die Präsenz des Lehrers angewiesen sind.

Ernst zu nehmende Vorteile

Der offensichtliche Vorteil der Nachhilfe aus dem Netz ist die lokale Unabhängigkeit. Zeitintensive Anfahrten entfallen.
Trotz der ungewohnten „Arbeitsbeziehung“ zum Lehrer weist die Online-Nachhilfe weitere Vorzüge auf:
- Online-Nachhilfe ist Einzelunterricht, in dem die Lehrkraft auf die Defizite und Wissenslücken des Schülers eingeht und Lernstrategien und Lehrmethoden individuell abstimmt.
- Der Unterricht lässt sich flexibler in den Tagesablauf einpassen, z. B. auch abends, bei Oma oder im Pyjama.
- Das Lernen kann in gewohnter Umgebung stattfinden.
- Die Technikaffinität und Spaß am Umgang mit dem PC motiviert viele Kinder und Jugendliche und trägt dazu bei, Medienkompetenz zu erwerben.

Unterschiedlichste Angebote

Die inhaltliche und preisliche Gestaltung für Online-Angebote ist sehr unterschiedlich. Oft werden verschiedene Pakete geschnürt, für die der monatliche Preis in Abhängigkeit von der gebuchten Zeit sinkt. Manche Anbieter erheben eine einmalige Anmeldegebühr.
Seriöse Portalbetreiber haben kurze oder keine Vertragsbindungsfristen, können die Qualifikation ihrer Lehrkräfte glaubhaft belegen und bieten Beratungsgespräche und kostenlosen Probeunterricht. Die Probestunde sollten Schüler auf jeden Fall nutzen, denn wenn die Kommunikation zwischen Schüler und Lehrer nicht gut funktioniert, ist jedes noch so kompetente Online-Angebot nur eine Verschwendung von Geld und Zeit.

Bildrechte: contrastwerkstatt – Fotolia.com

Schlagwörter: Lernportal, Nachhilfe, Online-Nachhilfe, Online-Tutor

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