Bald heißt es wieder: O`Zapft is!

14.09.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Der Oktoberfest-Countdown läuft. Am 18. September startet in München wie in jedem Jahr eins der größten Volksfeste der Welt. Bis zum 04. Oktober wird auf der Wiesn gefeiert, geschunkelt und natürlich getrunken. Die „Wiesn Märzen“ (Bier mit mehr Stammwürze) wird auch in diesem Jahr in Strömen fließen, aber das allein macht den Reiz dieser Riesengaudi nicht aus.

Oktoberfest Lebkuchenherz © Jürgen Effner - fotolia.comDer Name Oktoberfest hat einen geschichtlichen Hintergrund. Erstmals wurde das Fest im Jahr 1810 zum Anlass der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen durchgeführt. Die Feierlichkeiten der Hochzeit begannen am 12.10.1810 und endeten am 17.10.1810 mit einem Pferderennen. Dieses Rennen begeisterte den Kronprinzen derart, dass er beschloss, es im nächsten Jahr zu wiederholen. Damit war die Tradition zur regelmäßigen Durchführung des Oktoberfestes
geboren.

Der Ort der ersten Veranstaltung trägt seit jenem Tag den Namen Theresienwiese und das Oktoberfest wird im Volksmund daher auch als Wiesn bezeichnet. Die Durchführung des Oktoberfestes erfolgt schon seit vielen Jahren unter zeitlicher Verlängerung und Vorverlegung in den September. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war vor allem das Wetter. Die Nächte sind wärmer als im Oktober und die durchschnittliche Großwetterlage oftmals beständiger und somit besser geeignet zum Feiern in den Gartenbereichen der Festzelte. Wenn das Wetter stimmt, dann brummt auch das Geschäft auf dem rund 42 Hektar großen Rummelplatz. Heute liegt der geschätzte Gesamtumsatz der Wiesnbetreiber bei etwa 450 Mio Euro. Der Tradition folgend, wird das letzte Oktoberfest-Wochenende nichtsdestotrotz immer auch im Monat Oktober liegen.

Das Oktoberfest ist heute ein Anziehungspunkt für ein Millionen-Publikum. Mehr als sechs Millionen Festbesucher kommen jährlich aus dem In- und Ausland. Die Gäste aus dem Ausland reisen vorwiegend aus den USA, Italien, Japan, Australien und inzwischen auch aus China an. Die letzten Jahre hat sich die Mode auf der Wiesn entwickelt. Es besteht eindeutig ein Trend hin zur Tracht. Es ist nicht zu übersehen, dass selbst junge Wiesnbesucher(innen) mit Dirndl
beziehungsweise mit Lederhose das Fest besuchen, um sich ein Maß aus dem Bierkrug zu gönnen.

Dabei hat das Oktoberfest 1810 ohne Bier begonnen. Nicht, dass es nichts zu Trinken gab. Dafür war lediglich die Sendlinger Anhöhe bestimmt. Auf dem Gebiet des eigentlichen Wiesn-Festes gab es hingegen nichts. Erst später erteilte die Stadtverwaltung die Genehmigung zum Verkauf von Bier auch auf der Theresienwiese. Plötzlich übersäte eine Vielzahl von einfach gezimmerten Bretterbuden den Festplatz. Wiesnbesucher vergnügten sich hauptsächlich im Freien. Die Oktoberfestwirte fungierten somit gleichfalls als Schausteller. In den Bierbuden entstanden Kegelbahnen oder Kletterbäume. Weitere Attraktionen folgten mit großen Tanzflächen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden aus den Holzbuden dann richtige Bierhallen, mit einer großen Anzahl von Sitzplätzen und Raum für die urtümlichen Oktoberfest-Musikkapellen.

Nachdem es in der modernen Festgeschichte, auch wegen zu viel Alkohol, zu laut wurde, hat sich der Veranstalter mit der „ruhigen Wiesn“ ein neues Image gegeben. Die Zeltbetreiber dürfen deshalb heute bis 18:00 Uhr nur mit traditioneller Blasmusik aufwarten. Und das bei normaler Musiklautstärke. Danach wird ebenso Schlager oder Pop gespielt.

Zu den Traditionen des Oktoberfestes gehört das Highlight der Wiesn-Veranstaltungen: der Trachten- und Schützenzug. Er muss jährlich an jedem ersten Wiesn-Sonntag stattfinden. Weitere wichtige traditionsreiche Veranstaltungen sind der Einzug der Wiesn-Wirte, der Anstich zum Oktoberfest durch den Münchner Oberbürgermeister, der Oktoberfest-Gottesdienst und das Böllerschießen vor der riesigen bronzenen Bavaria Statue.

Der Eintritt zu allen Festzelten ist frei. Die Bierzelte sind natürlich der Renner auf der Wiesn und deshalb bieten sich entsprechende schriftliche Reservierungen in den Zelten an. Eine Garantie für die Platzwünsche gibt es hingegen nicht. Praktische Tipps für die Reservierung und alle anderen Informationen rund um die Wiesngaudi finden sich im Internet (http://www.oktoberfest.de). In diesem Jahr wird es zum 200. Jubiläum des Oktoberfestes zudem auf dem Südteil der Theresienwiese eine historische Wiesn geben, die 4 Euro Eintritt kostet.

Schlagwörter: Herbst, Oktoberfest, Tradition

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