Am 23. September ist Herbstanfang

23.09.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

„Herbst. Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten…“ Kaum ein anderes deutschsprachiges Gedicht vermag die Stimmung an einem Herbsttag besser zu beschreiben, als das bekannte Werk von Rainer Maria Rilke.

Frau im Herbstwald mit Herbstlaub © detailblick - fotolia.comDer Herbst stellt die 3. Jahreszeit dar. Er ist als besonders farbenprächtig und wechselhaft in Bezug auf das Wetter bekannt. Wenn der Sommer zu Ende geht und der Herbst beginnt, sinken besonders die Nachttemperaturen merklich. Es wird kühler, windiger und regnerischer. Aber auch stabile Hochdruckphasen mit milden Temperaturen bis weit hinein in den Oktober sind keine Seltenheit.

Die Blätter der Bäume verfärben sich langsam und leuchten in strahlenden Gelb- und Rottönen. Das Chlorophyll wird abgebaut, wodurch die Blätter ihre typische grüne Farbe verlieren. Die Verfärbung der Blätter, bevor sie zu Beginn des Winters abfallen, lässt sich auf die Farbstoffe Carotinoide und Anthocyane und ähnliche zurückführen. Die Farbstoffe ziehen sich mit sinkender Temperatur aus den Blättern zurück in die Äste und den Stamm des Baumes. So sammelt der Baum quasi seine Kraft, um den Winter zu überstehen und um im Frühling wieder neue Blätter sprießen lassen zu können. Eine alte Bauernweisheit besagt: Fällt im Wald das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell; wenn das Blatt am Baume bleibt, ist der Winter noch recht weit.

Der Herbst stellt den Übergang zwischen Sommer und Winter dar. In den gemäßigten Zonen wird er gleichgesetzt mit der Zeit des Blätterfalls und der Ernte. Besonders Letzteres lässt sich schon am Wort erkennen. “Herbst” lässt sich vom Englischen harvest, lat. “carpere” (pflücken, ernten) sowie des griechischen “karpüs” (Frucht, Ertrag) ableiten. Darüber hinaus entstand der Begriff Herbst aus dem indogermanischen “sker” (schneiden). Die Bezeichnung Herbst bedeutet dem zufolge also “Ernte”, “Zeit des Pflückens” oder auch “Zeit der Ernte”. Die Hochzeit für die Weinlese ist der Herbst. Je nach Lage und Traubensorte wird in Mitteleuropa vom Spätsommer bis weit in den Herbst hinein geerntet. Um Eiswein produzieren zu können, brauchen Trauben starke Fröste und so kann sich die Traubenlese auch schon mal bis zum Dezember hinziehen.

Der zeitliche Beginn des Herbstes ist abhängig von der geografischen Lage. Annähernd kann man sagen, dass in der nördlichen Hemisphäre die Monate September, Oktober und November dem Herbst zugeteilt werden, in der südlichen Hemisphäre hingegen die Monate März, April und Mai. In der Nordhalbkugel beginnt der Herbst gegenwärtig meist am 22. oder 23. September. Künftig wird der 22.09. zunehmend häufig vorkommen; im Jahr 2067 wird der 23.09. zum letzten Mal auftreten. Der Herbst endet mit der Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember. In den Herbst fällt in einigen Ländern der Welt auch die Umstellung der Uhrzeit von der „künstlichen“ Sommer- auf die „normale“ Winterzeit.

Es gibt verschiedene Feste, die in die Zeit des Herbstes fallen. Die wohl Größten, und am meisten Gefeierten, sind das Erntedankfest (man bedankt sich bei Gott für die reiche Ernte), das Halloween, der Reformationstag, Allerheiligen sowie St. Martin. Aufgrund der vielen Feste, der stürmischen Wetterumschwünge sowie der farbenfrohen Bäume stellt der Herbst ein beliebtes Motiv für viele Künstler dar. Sowohl in der Malerei als auch in der Lyrik ist dieses Naturmotiv darum seit jeher stark vertreten.

Schlagwörter: Blätterfall, Herbst, Sommerzeit, Weinlese, Winterzeit

RSS Artikel abonnieren (RSS)
Twitter Folge uns auf Twitter
Newsletter Newsletter abonnieren